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ABC der Zusatzversicherung

Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB’s)

Die allgemeinen Versicherungsbedingungen, auch AVB’s genannt, bilden die rechtliche Grundlage eines jeden Versicherungsvertrages. Zusammen mit den Zusatzbedingungen (ZB) geben sie unter anderem über den Leistungsumfang eines Versicherungsproduktes Aufschluss. Aus diesem Grund sollten die beiden Dokumente in jedem Fall vor Vertragsabschluss sorgfältig durchgelesen und studiert werden.

Doppelversicherung Zusatzversicherung

Der Antrag für eine Zusatzversicherung ist verbindlich. Nach dem Einsenden des unterschriebenen Antrages bleibt man während 14 Tagen gebunden. Erhält man während dieser Frist keine Zusage oder werden Vorbehalte angebracht, ist man nicht mehr gebunden und kann einen neuen Antrag bei einer anderen Krankenversicherung einreichen. Bei erfolgter Annahmebestätigung innert 14 Tagen ist der Vertrag gültig.

 

Ist eine ärztliche Untersuchung für die Anmeldung erforderlich, verlängert sich die Frist, an welche man gebunden ist, auf insgesamt vier Wochen. Anders wie bei Haustürgeschäften gibt es kein Rücktrittsrecht, ausser die Versicherungsbedingungen sehen ein Widerrufsrecht vor.

 

Bei den Zusatzversicherungen ist auch eine Doppelversicherung möglich: Wird ein Antrag angenommen, aber der Antragsteller hat den Kündigungstermin bei der alten Krankenkasse verpasst, so müssen beide Prämien bezahlt werden. Unter Umständen ist die neue Kasse bereit, den Beitritt aufzuschieben oder die Versicherung zu sistieren. Darauf gibt es allerdings keinen Rechtsanspruch.

 

Gesundheitsdeklaration / Gesundheitsfragen

Bei Anträgen auf eine Zusatzversicherung haben Versicherungen das Recht, Fragen zum Gesundheitszustand zu stellen. Wenn aufgrund der Antworten aus den Gesundheitsfragen (auch Gesundheitsdeklaration genannt) ein erhöhtes Krankheitsrisiko besteht, haben Versicherer das Recht, befristete oder unbefristete Leistungsausschlüsse anzubringen. Ebenfalls dürfen Krankenversicherungen Anträge auch ohne Begründung ablehnen. Bei den Zusatzversicherungen ist es den Versicherer zudem gestattet, auch nachträglich Leistungsausschlüsse auszusprechen oder den Vertrag aufzulösen, wenn sich herausstellt, dass jemand beim Ausfüllen des Versicherungsantrages unwahre Angaben gemacht hat. Bei Sanagate werden generell keine Leistungsausschlüsse vorgenommen.

 

Karenzfrist

Mit der Karenzfrist wird der Zeitraum ab Versicherungsbeginn bezeichnet, in welchem bestimmte Leistungen aus der Versicherung nicht erbracht werden. Karenzfristen sind beispielsweise im Zusammenhang mit Versicherungsleistungen infolge Mutterschaft oder bei Zahnversicherungen von Bedeutung. Nach Ablauf der Karenzfrist können allfällige Leistungen aus der Zusatzversicherung geltend gemacht werden. Informationen zur Karenzfrist des jeweiligen Versicherungsproduktes können aus den AVB’s entnommen werden.

Kostenbeteiligung in der Zusatzversicherung

Wenn Arzt-, Spital- oder Medikamentenkosten entstehen, müssen sich Versicherte an den Kosten beteiligen, das heisst einen Teil der Kosten muss selbst bezahlt werden. Die Höhe ist abhängig von der gewählten Kostenbeteiligungsvariante respektive dem definierten Selbstbehalt. 

 

Beim Wahl einer Zusatzversicherung kann in der Regel zwischen verschiedenen Kostenbeteiligungsvarianten ausgesucht werden. Umso höher der Selbstbehalt, desto tiefer sind grundsätzlich die monatlich anfallenden Prämien. Für die Versicherten heisst das: Sie sollten im Vorfeld genau prüfen, welche Auswirkungen die verschiedenen Varianten auf Ihre persönlichen Finanzen haben.

Kündigung Zusatzversicherung

Bei Kündigungen von Zusatzversicherungen müssen die nachfolgenden Punkte berücksichtigt werden.

 

Kündigung bei einer Prämienerhöhung:

Es gelten die Bestimmungen in den Versicherungsbedingungen. In der Regel ist eine Kündigung bei einer Prämienerhöhung möglich, unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von einem Monat.

 

Kündigung bei einer unveränderten Prämie:

Es gelten die Bestimmungen in den Versicherungsbedingungen. Bei einer unveränderten Prämie beträgt die Kündigungsfrist meistens drei Monate und ist zum Ende eines Kalenderjahres möglich. Zu beachten ist auch die Mindestvertragsdauer der Versicherung, welche in der Police aufgeführt ist.

Nützliche Dokumente zur Zusatzversicherung

Die nachfolgenden Dokumente sollten in jedem Fall aufbehalten werden.

  • Versicherungspolice
  • Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB) und Zusatzbedingungen (ZB)
  • Kundeninformation nach VVG
  • Bei Abschlüssen über einen Vermittler: Informationspflicht des Versicherungsvermittlers
Trennung Grund- und Zusatzversicherung

Grund- und Zusatzversicherungen können problemlos bei verschiedenen Krankenversicherungen abgeschlossen werden. Wenn dies der Fall ist, sollten Sie beim Einreichen einer Rechnung wie folgt vorgehen:

  1. Machen Sie vor dem Einsenden eine Kopie der Rechnung für Ihre Unterlagen.
  2. Schicken Sie Ihre Rechnungen an die Krankenversicherung, bei welcher Sie die Grundversicherung haben. Weisen Sie Versicherung darauf hin, dass Sie noch Zusatzversicherungen bei einer anderen Krankenversicherung führen. Der Grundversicherungsanbieter prüft die Rechnung und sendet Ihnen eine Abrechnung zu.
  3. Sie können dann die Abrechnung mit einer Kopie der Arztrechnung an die Versicherung weiterleiten, bei der Sie die Zusatzversicherung(en) abgeschlossen haben.
VVG : Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag

Das Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag von 1908 bildet die gesetzliche Grundlage für den privatrechtlichen Versicherungsvertrag. Im Bereich der Krankenversicherung fallen die Zusatzversicherungen und die Krankentaggeldversicherung nach VVG unter das Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG).

 

Die Krankenkassen können bei Versicherungen nach VVG die Aufnahme eines Interessenten ablehnen (Vertragsfreiheit), die Prämien abhängig von Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und weiteren Kriterien gestalten und Kollektivverträge mit Prämienrabatten anbieten.

Zusatzversicherung

Zusatzversicherungen sind freiwillig. Mit Zusatzversicherungen können Ansprüche, welche über die gedeckten Leistungen der Grundversicherung hinausgehen, versichert werden. Somit dienen Zusatzversicherungen als Ergänzung zur obligatorischen Grundversicherung. Im Gegensatz zur Grundversicherung sind die Leistungen in den Zusatzversicherungen von Krankenversicherer zu Krankenversicherer unterschiedlich.

 

Mit Zusatzversicherungen können Sie unter anderem folgende Risiken decken:

  • alternative ambulante Behandlungen von nichtärztlichen Therapeutinnen und Therapeuten
  • allgemeine Spitalabteilung in der ganzen Schweiz
  • halbprivate oder private Spitalabteilung
  • Zahnbehandlungen
  • Taggeldversicherungen

 

Eine Zusatzversicherung kann unter Umständen mit einer Prämienverbilligung verbunden sein (z.B. Familienrabatt, Skonto).