Menu
Close
DE

Elektronisches Patientendossier – was ist das?

Das elektronische Patientendossier (EPD) ist eine Sammlung persönlicher Dokumente mit Informationen zu Ihrer Gesundheit. Es wird von Ihren behandelnden Ärzten und Therapeuten ergänzt und aktualisiert. Über eine Internetverbindung können Sie, wie auch andere von Ihnen zugelassenen Personen, diese Informationen jederzeit abrufen. 

 

Elektronische Patientendossier
Das elektronische Patientendossier für mehr Qualität und tiefere Kosten. ISTOCKPHOTO.

Das elektronische Patientendossier bietet klare Vorteile: Verfügen Sie über ein EPD, steigert dies die Behandlungsqualität und minimiert die Kosten. Da das elektronische Patientendossier ältere und neuere Dokumente enthält, wissen Ihre Ärzte, Therapeuten oder Pflegefachpersonen immer, welche Behandlung und pflegerische Massnahmen schon durchgeführt wurden. So sind die Fachleute über Ihren aktuellen Gesundheitszustand informiert und müssen nicht zusätzlich auf den neusten Stand gebracht werden oder auf weitere Unterlagen warten. Der Zeitaufwand bei der Behandlung ist dadurch geringer und unnötige oder doppelte Behandlungen können vermieden werden. Das elektronische Patientendossier unterstützt Gesundheitsfachpersonen zudem in einer Notsituation, schnell die richtigen Massnahmen zu treffen und effizient zu handeln. 

 

Wer sieht meine Daten?

Ihr elektronisches Patientendossier enthält die Dokumente, welche Sie persönlich abgelegt haben sowie Analysen oder Berichte über Sie, die von Gesundheitsfachpersonen erstellt wurden. Letztere nur, sofern Sie den Fachpersonen die Erlaubnis erteilt haben, diese Dokumente hochzuladen. In Ihrem elektronischen Patientendossier können Sie festlegen, welche Person auf welche Dokumente zugreifen darf. Sie können Stellvertretungen bestimmen und das Zugriffsprotokoll einsehen. Somit haben Sie jederzeit den Überblick, wer welche Berechtigungen und wer welche Dokumente eingesehen hat. Zur besseren Übersicht der Dokumente können Sie diese im elektronischen Patientendossier zudem nach verschiedenen Kriterien sortieren.

 

Wie funktioniert das elektronische Patientendossier?

Egal ob Sie zu Hause, bei der Arbeit oder auf Reisen sind, für die Bearbeitung oder Einsicht Ihres elektronischen Patientendossiers brauchen Sie lediglich einen Internetzugang und Ihre Anmeldedaten. Mit der Kombination des persönlichen Passwortes sowie einer weiteren Identifikation mittels Handy, UBS-Stick oder Chipkarte erreichen Sie die benötigte sichere elektronische Identität. 

Ihre Daten werden an verschiedenen Standorten in der Schweiz in gesicherten und zertifizierten dezentralen Ablagen gespeichert und nur im Moment der Abfrage angezeigt. Da Ihre Daten nicht zentral an einem Ort gespeichert werden, spricht man beim elektronischen Patientendossier auch von einem «virtuellen Dossier».

 

Die wichtigsten Einstellungen des elektronischen Patientendossiers

Um Ihr elektronisches Patientendossier nach Ihren Vorstellungen zu schützen, legen Sie nur die nötigen Dokumente ab, ordnen Vertraulichkeitsstufen zu und bestimmen Stellvertretungen. 

Über die Webseite Patientendossier können Sie eigene medizinische Dokumente in Ihrem EPD ablegen. Speichern Sie beispielsweise Ihr digitales Schmerz- oder Diabetes-Tagebuch ab. Sie haben auch die Möglichkeit, Daten aus mobilen Geräten, wie zum Beispiel Blutdruckwerte, in Ihrem elektronischen Patientendossier zu speichern. Anschliessend ordnen Sie den EPD-Dokumenten eine Vertraulichkeitsstufe zu und steuern dadurch, wer die Dokumente sehen kann. 

Es gibt folgende Zugriffsrechte:

Normale Stufe

Allen Gesundheitsfachpersonen, denen Sie ein Zugriffsrecht erteilen, können diese Dokumente einsehen. 

Eingeschränkte Stufe

Diese Dokumente sind aus Ihrer Sicht sensibel. Sie können nur von Gesundheitsfachpersonen mit einem speziellen Zugriffsrecht eingesehen werden. 

Geheime Stufe

Nur Sie können diese Dokumente einsehen.

Stellvertretung bestimmen

Wenn Sie Ihr elektronisches Patientendossier nicht selbst verwalten möchten, können Sie diese Aufgabe stellvertretend einer Vertrauensperson übergeben, zum Beispiel einem Familienmitglied oder einer Freundin. Ihr Hausarzt oder Ihre Pflegefachperson, kann diese Rolle auch übernehmen. Die bestimmten Stellvertretungen haben dann die gleichen Rechte wie Sie und können das ganze Dossier einsehen.

Ab wann steht das elektronische Patientendossier zur Verfügung?

Im Jahr 2020 wird das elektronische Patientendossier in allen Regionen der Schweiz verfügbar werden. Da die Regionen jedoch eine Zertifizierung nach Vorgaben des Bundes benötigen, ist der Stichtag für die Aufschaltung des elektronischen Patientendossiers von Region zu Region unterschiedlich. Sie können unter dem Benachrichtigungsdienst Ihre E-Mail-Adresse hinterlegen, um informiert zu werden, sobald das EPD in Ihrer Region erfasst werden kann. 

Das Ziel des elektronischen Patientendossiers laut Bundesgesetz

«Mit dem elektronischen Patientendossier sollen die Qualität der medizinischen Behandlung gestärkt, die Behandlungsprozesse verbessert, die Patientensicherheit erhöht und die Effizienz des Gesundheitssystems gesteigert sowie die Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten gefördert werden.»

Quelle: www.patentendossier.ch

Weitere Informationen zum elektronischen Patientendossier EPD finden Sie auf der Website von eHealth Suisse.

 

Die eHealth Suisse (Kompetenz- und Koordinationsstelle von Bund und Kantonen) hat zudem eine umfassende Informationsbroschüre als PDF erstellt: Informationsbroschüre EPD

 

 

print
Drucken